Jazz und Modern Dance

Jazz und Modern Dance setzen sich aus unterschiedlichsten Tanzstilen zusammen und verwenden Tanzformen verschiedener Nationen. Ursprünglich stammen die vielfältigen polyrhythmischen und synkopierten Rhythmen aus Afrika. Die Sklaven brachten ihre Musik nach Amerika. Ab 1820 aber begannen weisse Tänzer den Stil zu übernehmen und aufzuführen.

Auffallende Merkmale des Jazztanzes sind Isolationen, Lösungen und Spannungen einzelner Teile des Körpers, Tänze mit Becken-, Twist- und Rutschbewegungen, Das erfordert eine spezielle Technik, die sich nicht mit der des klassischen Balletts vergleichen lässt. Das Wort "Jazz" bedeutet für die Schwarzen Kraft, Heftigkeit, ekstatische Erregung.

Nach den ersten Erfolgen von „Negro Musicals“ am Broadway, aus denen viele neue Jazz Tänze bekannt und in den Ballrooms getanzt wurden, zog sich um 1900 die schwarze Kultur nach Harlem zurück, um Musicals von Schwarzen für Schwarze zu machen.

Später wurde die amerikanische Tanz- und Musikszene vor allem von Weissen beherrscht, bekannte Namen aus dieser Zeit sind z.B. Benny Goodman mit seiner Big Band und Fred Astaire als Tap Dancer. Einige wenige Schwarze begannen sich für das klassische Ballett und den Modern Dance zu interessieren und versuchten, den schwarzen Tanz zu einer Bühnenkunst zu entwickeln.

1940 gelang der schwarzen Tänzerin und Choreographin Kathrin Dunham der Durchbruch. Sie war auch Historikerin und Ethnologin, hatte unter anderem die Tänze Haitis und Westindiens studiert und war somit Bewahrerin der afro-amerikanischen Tanzkultur. Eine neue Bühnentanzrichtung entstand. Die 1945 gegründete "Dunham School of Dance" brachte viele heute namhafte Choreographen hervor.

Parallel zu dieser Entwicklung in den 40er Jahren übernahmen Weisse, in Ballett und Modern Dance ausgebildete Tänzer, Elemente des schwarzen Jazz Dance und es kam allmählich zu der Synthese, die wir im heutigen amerikanischen Jazz Dance kennen.

Grosse Vertreter des schwarzen Jazz Dance waren Geoffry Holder, Talley Beatty, Alvin Ailey; Vertreter des weissen Jazz Dance mit grossem Einfluss auf die europäische Entwicklung des Jazz Dance waren Jack Cole, Frank Wagner, Luigi und Gus Giordano.

Choreographien wie die "West Side Story" von Jerome Robbins haben dazu beigetragen, dass der Jazz Dance in seiner heute typischen Mischform aus Ballett, Modern Dance und akrobatischem Tanz in ganz Europa berühmt und beliebt wurde.

An der Sommerakademie in Krefeld 1959 wurde Jazz von dem schwarzen Tänzer und Tanzpädagogen Walter Nicks erstmalig in Europa unterrichtet. Sein Assistent war Alain Bernard. Dieser wurde anschliessend in der Schweiz zum Begründer des Jazz Dance.

Im Training soll der Schüler in ersten Linie die Körperbeherrschung erlernen. In immer gleichbleibenden Übungen lernt er die verschiedenen Körperpartien zu gebrauchen und seine Muskeln zu trainieren. Er kann so in Harmonie mit der Jazz-Musik das Jazzfeeling erleben und den Tanz erlernen, auch wenn er noch nie Unterricht in irgend einer andern Tanzform hatte.

 

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